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Die Kraniche vom Tister Moor

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Bis zu 10.000 Kraniche übernachten im Herbst im Tister Moor

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Das flache Wasser schützt die Kraniche vor Feinden

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Das Tister Moor im Sommer

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Die Kraniche haben etwas bemerkt – droht Gefahr?

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Kranichbeobachter Werner Block auf dem Aussichtsturm im Tister Moor

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Mehr als 1.000 Mal war Werner Block auf dem Aussichtsturm

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Wollgras im Tister Moor, eine typische Hochmoorpflanze

Ein sechs Meter hoher Aussichtsturm im Tister Moor bei Sittensen ist für Werner Block der schönste Ort der Welt. In jeder freien Minute kommt der Maschinenschlosser und Hobbyornithologe mit seinem Spiegelteleskop hierher und beobachtet, fotografiert und filmt, was sich da in dem streng geschützten Naturschutzgebiet an großen und kleinen Dramen abspielt. Wie eine Graugans auf den großen flachen Wasserflächen verzweifelt versucht, den Angriffen zweier Seeadler zu entkommen, wie 2 Kraniche ein Kibitznest räubern oder wie sich ein Fuchs anschleicht, um irgendwie zu den unzähligen Gänsen zu kommen, aber dann feststellen muss, wie leicht er im Moor versinken kann und den Rückzug antritt.

Bis vor zehn Jahren wurde auf der rund 1.000 Hektar großen Hochmoorfläche Torf abgebaut. Seit 2002 ist das Tister Moor Natur- und Vogelschutzgebiet. Nachdem die Wasserabläufe geschlossen wurden, entstanden weitflächige Flachwasserzonen, ideale Rast- und Schlafplätze für viele, auch seltene Vogelarten, sogar Blaukehlchen gibt es hier, außerdem Weihen, Kormorane, Kanada-Gänse und immer häufiger Fisch- und Seeadler.

Am eindruckvollsten zu sehen – und auch zu hören mit ihrem lauten, etwas melancholisch klingenden Trompeten – sind die Kraniche. Zu Hunderten und im Herbst sogar zu Tausenden sammeln sie sich hier zum Übernachten, um sich dann tagsüber auf den umliegenden Maisfeldern Kraftreserven an vor ihrem Weiterflug in den Süden anzufressen. Von Jahr zu Jahr werden es mehr – gezählt wurden hier an einem Tag schon bis zu 10.000 der größten in Deutschland freilebenden Vögel.

Gleich mehrere Naturschutzorganisationen, die für die Umwelt zuständigen Amtsstellen in Kreis und Land, Heimatforscher, Hobbyfotografen und nicht zuletzt die Lufthansa, die bekanntlich den Kranich in ihrem Markenzeichen hat, kümmern sich um das neue Naturparadies, hegen, pflegen und fördern es. Eine ehemalige Torf-Lorenbahn und ein Naturschutzhaus mit Cafe – beides nur ehrenamtlich betrieben – soll auch Touristen die Naturwunder näher bringen. Für die Vogelschützer ein e Gratwanderung, denn eigentlich soll alles, was da kreucht, fliegt und wächst, möglichst ungestört bleiben.

Die Kraniche vom Tister Moor

Ein Film von Klaus Ralf
Erstausstrahlung in der Reihe NaturNah
Am 29. November 2011 im NDR Fernsehen

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